
Am 14.01.26 besuchte der Leistungskurs Kunst Q1 im Rahmen des Unterrichts die Ausstellung von William Kentridge im Museum Folkwang in Essen. Trotz einer anstrengenden Hin- und Rückfahrt von jeweils rund 3,5 aufgrund mehrerer Streckensperrungen hat sich der Besuch des abiturrelevanten Künstlers sehr gelohnt.
„William Kentridge arbeitet vor allem mit Kohlezeichnungen, Filmen und Animationen und verbindet darin Kunst mit Politik und Geschichte. Besonders eindrucksvoll waren die Animationsfilme wie u.a. „Mine“ (1991) oder „City Deep“ (2020), in dem sich Zeichnungen durch ständiges Radieren und Überarbeiten verändern und so Themen wie Vertreibung, Erinnerung und Landschaft sichtbar machen. Auch seine großformatigen Kohlezeichnungen, in denen wilde Landschaften mit geometrischen Markierungen kombiniert werden, haben uns beeindruckt, weil sie einen starken Kontrast zwischen Natur und menschlichem Eingriff zeigen. Die scheinbar groben Linien wirken sehr expressiv und machen deutlich, dass der Entstehungsprozess Teil der Aussage ist. Die Ausstellung hat uns gezeigt, dass Kunst nicht nur ästhetisch, sondern auch kritisch, politisch und herausfordernd sein kann.“ (Eleanor Ehlert)
William Kentridge ist ein besonderer Künstler, da er sich in vielen seiner Werke kritisch mit der Geschichte Südafrikas, insbesondere mit der Zeit der Apartheid, auseinandersetzt. Seine Arbeiten thematisieren Unterdrückung, Gewalt und Erinnerung und machen deutlich, wie stark politische Systeme in das Leben von Menschen und in Landschaften eingreifen. Das Erleben der Werke im Original war für die Schülerinnen besonders wichtig, da sich erst vor Ort die Wirkung von Größe, Materialität, Bewegung und Zeichenspuren erschließt und die historischen und gesellschaftlichen Inhalte dadurch nachhaltiger verstanden werden können.
Christine Wobben



