Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

der Stadt Bornheim 

Der Begriff der Energiewende ist in aller Munde. Wie aber können wir weltweit und vor allem in einem Industrieland wie Deutschland nachhaltig gewonnene Energie in ausreichender Menge produzieren, speichern und nutzen?

Eine Möglichkeit wäre es, mit aus Sonne oder Wind gewonnenem Strom sogenannten „grünen“ Wasserstoff via Elektrolyse herzustellen. Aus der aktuellen Forschung und seiner Tätigkeit dazu bei Bosch Power Solutions in Bamberg berichtete uns im Leistungskurs Chemie nun via Videokonferenz Dr. Yannick Jännsch. Yannick Jännsch war bis 2013 selbst LK-Chemie-Schüler am AvH, hat nach seinem Abitur in Bayreuth Chemie studiert und sich dort im Bereich der Elektrolyse promoviert. Nun kehrte er auf Anfrage von Herrn von Borstel „digital“ in den Chemieraum zurück.

In einem spannenden und gut zu verstehenden Vortrag legte Dr. Jännsch dar, wie ein moderner Elektrolyseur aufgebaut ist, mit dem man Wasserstoff in großen Mengen herstellen kann. Dieser Wasserstoff wird dann wiederum in der Stahlindustrie an Stelle von Kohle oder in stationären oder mobilen Brennstoffzellen für die Stromgewinnung oder Mobilität genutzt.

Besonders interessant im Rahmen des Vortrages war u. a. , dass Dr. Jännsch die enorme Menge an hierfür benötigter Energie einmal bezifferte. Dies machte uns allen noch einmal klar, wie dringend es enormer Anstrengungen im Ausbau der sogenannten erneuerbaren Energien bedarf. Parallel dazu wurde auch die „Henne – Ei – Problematik“ deutlich: ohne Abnehmer von Wasserstoff gibt es auch keine nennenswerte Produktion. Ohne grünen Wasserstoff aber gibt es keine Technologieentwicklung für dessen Einsatz.
Genau dieses Problem will und wird man mit der beginnenden Serienproduktion von Elektrolyseuren als einem Baustein neben anderen zu lösen versuchen. Bis diese mit erneuerbaren Energien laufen, wird man nicht umhinkommen, z. B. in der Stahlindustrie kurzfristig noch Erdgas einzusetzen, welches man dann durch Wasserstoff ersetzen kann. Ein „Weiter so wie bisher“ kann und wird es aber nicht geben.

Nach einer Stunde Vortrag inkl. zahlreicher Antworten auf unsere Fragen waren wir uns im Leistungskurs Chemie einig: es war faszinierend, einmal authentisch von jemandem berichtet zu bekommen, was man mit dem im Unterricht erlernten Wissen tatsächlich anfangen kann.
Danke Yannick!

Für den Chemie-LK
Gregor von Borstel