Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

der Stadt Bornheim 

Im Rahmen unseres Schuljubiläums „25 Jahre AvH – gemeinsam auf Entdeckungsreise“ wagen wir im Januar etwas ganz Besonderes: Zum ersten Mal findet an unserer Schule die Chancenwoche statt – ein Pilotprojekt, das Schule neu denkt und unseren Schülerinnen und Schülern neue Wege eröffnet.

Vom 26.01.2026 bis 30.01.2026 wird unser Unterricht einmal anders organisiert: Weniger Stundenplan – mehr Chancen. Weniger Routine – mehr Entdecken. Eine Woche, die zeigt, wie Lernen begeistern, stärken und verbinden kann.

Was ist die Chancenwoche – und was möchten wir erreichen?

Die Chancenwoche verfolgt drei zentrale Ziele:

  1. Stärken ausbauen & Sicherheit gewinnen: Schülerinnen und Schüler erhalten gezielte Unterstützung dort, wo sie sie benötigen – und erleben Erfolg durch Fortschritte.
  2. Neue Interessen entdecken & Erfahrungen vertiefen: Neben fachlichem Lernen geht es um Neugier, Kreativität und das Entdecken eigener Talente.
  3. Gemeinschaft stärken: Lernen und Arbeiten in neuen Gruppen, gegenseitige Unterstützung und ein neues Miteinander prägen diese Woche bewusst.

Ablauf: Jeden Tag gleich – zwei feste Module pro Kind

Die Chancenwoche folgt an allen fünf Tagen (Montag bis Freitag) derselben Tagesstruktur. Das schafft Orientierung und gibt der Woche einen klaren Rhythmus.

Wichtig dabei: Jedes Kind nimmt in der gesamten Woche an genau zwei Modulen teil – einem Modul im ersten Block und einem Modul im zweiten Block. Diese beiden Module laufen über die komplette Woche durch und bilden damit ein festes Lernsetting, in dem sich die Gruppe einfinden und gemeinsam weiterarbeiten kann.

Die täglichen Zeiten sind:

  • Block 1: 08:00 Uhr bis 10:15 Uhr
  • Pause: 10:15 Uhr bis 10:45 Uhr
  • Block 2: 10:45 Uhr bis 13:00 Uhr

Nach dem zweiten Modul ist Unterrichtsschluss. Es gibt keinen Nachmittagsunterricht.

Wichtig für die Verpflegung: Da die Schulküche während der Chancenwoche für Projektmodule genutzt wird, bleibt der Schulkiosk geschlossen. Alle Schülerinnen und Schüler müssen daher eigene Verpflegung und Getränke mitbringen.

Das Chancenwochen-Büro im Forum unserer Schule ist zentrale Anlaufstelle für alle Fragen in dieser Woche.

Zwei Modul-Arten – zwei Wege zu mehr Entwicklung

Die Chancenwoche besteht aus zwei gleichwertigen Bausteinen:

Fach-Module (FM): Hier steht die Stärkung der Grundlagen in zentralen Fächern im Mittelpunkt. Schülerinnen und Schüler können gezielt üben, aufarbeiten und sicherer werden – konzentriert und mit Unterstützung. Die Teilnahme an einem oder zwei Fach-Modulen wird dabei von der Schule festgelegt. So stellen wir sicher, dass Schülerinnen und Schüler gezielt dort gestärkt werden, wo sie Unterstützung und zusätzliche Sicherheit gewinnen können.

Projekt-Module (PM): Hier wird Schule zur Werkstatt: kreativ, praktisch, kulturell, gesellschaftlich, sportlich, naturwissenschaftlich, musikalisch oder digital. In Projekt-Modulen geht es um Entdecken, Gestalten, Ausprobieren.

Ein Angebot, das begeistert: über 100 Module!

Die Chancenwoche ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt – und das zeigt sich besonders im Umfang: Über 100 Module insgesamt, davon 28 Fach-Module und 76 Projekt-Module. Diese Vielfalt macht die Chancenwoche zu einer Woche, in der wirklich jede und jeder etwas Passendes finden kann.

Das Projekt-Modul-Angebot, ein bunter Blumenstrauß

Die Projekt-Module spiegeln ein beeindruckendes Spektrum wider:

  1. Kreatives & künstlerisches Arbeiten
  2. Lernen, Psychologie & Persönliche Entwicklung
  3. Digitale Medien & MINT
  4. Spiel, Wettbewerb & Strategie
  5. Sprache, Kultur & Gesellschaft
  6. Bewegung & Sport

Damit wird die Chancenwoche zu einem Lernraum, der weit über das Klassenzimmer hinausgeht – und der Jugendliche motiviert, sich selbst neu zu entdecken.

Besonders stark: Schüler und Eltern gestalten mit!

Ein echtes Highlight: Die Chancenwoche wird nicht nur für Schülerinnen und Schüler gemacht – sie wird mit ihnen gestaltet.

  • knapp 20 Module werden eigenständig von Schülerinnen und Schülern der Q1 angeboten
  • zusätzlich werden knapp 10 Module von engagierten Eltern durchgeführt

Das ist nicht nur außergewöhnlich – es ist gelebte Schulgemeinschaft.

Gerade für die Q1 ist die Chancenwoche dabei auch eine besondere Gelegenheit: Wer selbst ein Projekt-Modul anbietet oder unterstützt, sammelt wertvolle Erfahrungen in Organisation, Teamarbeit, Verantwortung und Leitung einer Gruppe. Diese Kompetenzen sind nicht nur für Schule und Abitur hilfreich, sondern auch für Studium, Beruf und das eigene Selbstvertrauen. Vor allem aber erleben die Schülerinnen und Schüler der Q1, dass sie Schule aktiv mitgestalten können – und dass ihr Engagement für andere einen echten Unterschied macht.

Projekt-Module wählen – und auch Chancen nutzen, wenn es anders kommt

Im Vorfeld konnten die Schülerinnen und Schüler Projekt-Modul-Wünsche angeben. Wir haben sehr viel Zeit und Sorgfalt darauf verwendet, diese Wünsche im Rahmen der Möglichkeiten bestmöglich zu berücksichtigen. Gleichzeitig gilt: Bei der großen Zahl an Schülerinnen und Schülern und der begrenzten Platzzahl in einzelnen Modulen kann es vorkommen, dass leider kein Wunsch erfüllt werden kann.

Gerade hier zeigt sich jedoch der Gedanke der Chancenwoche besonders deutlich: Eine Chance ist manchmal genau das, was nicht geplant war. Wir möchten alle Kinder ausdrücklich ermutigen, einem Modul, das sie sich vielleicht nicht zuerst ausgesucht hätten, offen, neugierig und ohne vorschnelles Urteil zu begegnen. Oft entstehen neue Interessen und Erfolgserlebnisse genau dort, wo man sich auf etwas Unbekanntes einlässt – und einem Angebot eine echte Chance gibt.

Evaluation

Da die Chancenwoche erstmals durchgeführt wird, ist im Anschluss eine zeitnahe Evaluation geplant. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Elternvertreter erhalten die Möglichkeit, Rückmeldung zu geben. So wollen wir herausfinden, was besonders gut gelungen ist – und was wir bei einer möglichen Wiederholung weiter verbessern können.

Hinter den Kulissen: ein Kraftakt – und große Vorfreude

Ein solches Pilotprojekt lässt sich nicht „nebenbei“ organisieren. Die Vorbereitung der Chancenwoche war ein echter Kraftakt, insbesondere für die beteiligten Lehrkräfte der Steuergruppe und der IT: Kapazitäten ermitteln, Angebote sammeln, Module planen, Räume organisieren, Zeitfenster abstimmen, Zuordnungen vorbereiten – und dabei immer die pädagogischen Ziele im Blick behalten.

Umso größer ist jetzt die Freude, dass es so weit ist: Alle Beteiligten freuen sich sehr auf die Durchführung und darauf, diese besondere Woche gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern mit Leben zu füllen.

Eine Jubiläums-Idee mit Zukunft

Als Pilotprojekt im Jubiläumsjahr ist die Chancenwoche nicht nur ein besonderer Moment im Kalender – sondern auch ein Blick nach vorn: Wie kann Schule Talente fördern? Wie kann Lernen individueller gelingen? Wie entsteht Gemeinschaft?

Mit der Chancenwoche greifen wir dabei zugleich zentrale Leitgedanken des Schulkompass NRW 2030 auf: Basiskompetenzen stärken, individuelle Entwicklung fördern, neue Lernwege ermöglichen und Schulgemeinschaft aktiv gestalten. Genau dafür steht die Kombination aus Fach- und Projektmodulen – und die Erfahrung, dass Lernen dann besonders wirksam ist, wenn Schülerinnen und Schüler sich einbringen, Verantwortung übernehmen und neue Perspektiven gewinnen.

Wir freuen uns auf eine Woche voller Mut, Motivation und neuer Erfahrungen – und darauf, dass die Chancenwoche zu einem Format wird, das unser AvH nachhaltig prägt.

Christian Dubois, Schulleiter